Max Hubacher

01. Januar 2016


Er war die Titelrolle in DER VERDINGBUB, für den der Berner 2012 den Schweizer Filmpreis als bester Schauspieler erhielt. Davor brillierte er bereits als einer von drei krebskranken Jugendlichen in der Tragikomödie STATIONSPIRATEN und festigte kürzlich mit dem Drama DRIFTEN seinen Ruf als Charakterdarsteller. Von Christoph Schelb

Sein Debüt beim Film gab der theatererprobte Max Hubacher 2010 mit der Tragikomödie «Stationspiraten», in der er einen von drei krebskranken Jugendlichen spielte. Doch es war die Titelrolle in «Der Verdingbub», die für Aufsehen sorgte: Fast 250 000 Schweizer lockte das Drama um ein Waisenkind, das auf einem Bauernhof untendurch muss, ins Kino. Für seine Leistung bekam der Berner 2012 den Schweizer Filmpreis als bester Schauspieler.

Der Erfolg kam überraschend: «Als wir drehten, war ich 16 Jahre alt», erzählt der heute 22-Jährige. Man weiss beim Drehen ohnehin nie, wie ein Film später aussehen wird. Doch mit einem solchen Grosserfolg habe ich niemals gerechnet.» «Der Verdingbub» wies Hubacher die Richtung: «Danach war für mich klar, dass ich die Schauspielerei weiterverfolgen möchte.» So studiert und wohnt er nun seit fast einem Jahr in Leipzig. In die Schweizer Kinos kehrte er kürzlich mit dem Drama «Driften» zurück. Darin verkörperte er einen Raser, der ein Mädchen tot fährt und sich nach der abgesessenen Gefängnisstrafe mit der Mutter seines Opfers anfreundet. Dabei besass Hubacher zum Zeitpunkt des Castings nicht einmal den Führerschein. «In Bern, wo ich aufgewachsen bin, brauchte man kein Auto», sagt er. Knapp schaffte er vor Drehbeginn die Fahrprüfung: Er machte 14 von 15 erlaubten Fehlern in der Theorie und fand am Prüfungstag den Lernfahrausweis nicht. Im Film überzeugt er, obwohl er sich selbst als «schlechten Fahrer» einschätzt.

Im Sommer wird man ihn in Micha Lewinskys Drama «Nichts passiert» sehen, für das er noch vor Beginn der Schauspielschule vor der Kamera stand. Warum überhaupt noch diese Ausbildung? Max Hubacher: «Ohne Abschluss will ich mich nicht als Schauspieler bezeichnen. Ich kann noch viel lernen.» Glaubhaft war er bisher aufgrund seines intensiven Spiels immer. Hubacher ist ein Charakterdarsteller, der auch ohne viele Worte, allein mit seiner Mimik, Befindlichkeiten ausdrücken kann. Der Berner hat eine grosse Zukunft vor sich.


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